Blue Screen wiki
Kein Studio gefährdet freiwillig seine Stars. Hängt also der Hauptdarsteller nur noch mit den Fingerspitzen am Rand eines tiefen, dunklen Abgrunds, kann sich der Zuschauer sicher sein, dass es höchstens ein Meter bis zum Boden ist. Der Rest der Aufnahme verdankt seine Existenz dem Bluescreen-Verfahren.
Der Name stammt von der blauen Leinwand (blue screen), die bei diesem Verfahren eingesetzt wird. Blau war sie deswegen, weil gerade in den Hauttönen der Schauspieler dieser Farbanteil nur in geringer Menge vorkommt. Das erleichtert später auf den Aufnahmen gerade das Herausfiltern der Gesichter und Hände, die sich so besser abgrenzen lassen. Auch wenn inzwischen zumeist ein intensiv grüner Hintergrund eingesetzt wird, hat sich die Bezeichnung erhalten. Dieses Grün eignet sich sogar besser als Blau, da es noch selbst bei farbenfrohen Vordergrundbildern noch seltener vorkommt.
Bis der Darsteller im fertigen Film also über dem Abgrund hängt, hat er zunächst die Szene in einem Studio vor einer blauen, möglichst gleichmäßig aufgeleuchteten Leinwand gedreht. Der gesamte Blaubereich wird dann auf diesem Teil des Films in einem weiteren Schritt herausgefiltert. Eine zweite Aufnahme wird vom späteren Hintergrund gemacht. Die Umrisse des Schauspielers werden aus diesem Hintergrund herausgestanzt. Heutzutage ist dies dank der modernen Computertechnik sehr viel einfacher und genauer möglich als in den Anfängen der Bluescreen-Aufnahmen. Schließlich werden sämtliche Aufnahmen miteinander kombiniert.
Um eine glaubwürdige Trickaufnahme mit Bluescreen zu produzieren, muss sehr sorgfältig gearbeitet werden. Die Aufnahmen müssen mit der gleichen Qualität an Schärfe und Helligkeit aufgenommen werden, um sich nicht durch einen auffälligen Kontrast zu verraten.
Die Kleidung der Schauspiele darf keine blauen Teile enthalten, sonst ist auf dem späteren Film genau an dieser Stelle ein Loch. Ausnahme ist natürlich, wenn dank Bluescreen in voller Absicht aus einem unversehrten Schauspieler plötzlich ein Einbeiniger wird.
Die Umrisse der Schauspieler sind auf alten Aufnahmen häufig etwas fransig oder wie von einem Lichtschein umgeben, weil der Blauanteil mit herausgefiltert wurde, der durch die Hintergrund-Bluescreen bei falscher Ausleuchtung auf die Schauspieler reflektierte. Dies findet sich mittlerweile nur noch bei Billigproduktionen. Wirklich gute Filme investieren in hochwertige Tricktechnik und ebenso hochwertiges Bildmaterial, um eine täuschend echte Kombination der verschiedenen Aufnahmen zu realisieren.
